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Bugatti-Geschichte Foliant für Fans

Im nächsten Jahr wird die 1909 gegründete Automarke Bugatti 100 - und natürlich wird aus diesem Anlass die Geschichte bibliophil ausgebreitet. 808 Seiten stark ist der neueste Wälzer über die Nobel-Marke. Und das Buch ist ebenso exklusiv wie die Bugatti-Modelle.

Ein Werk wie dieses kommt natürlich in einem Schuber daher, und die Pappgarage fürs Buch ist optisch den früheren Bugatti-Öldosen nachempfunden. Eine hübsche Metapher, denn die Bugatti-Geschichte soll ein Schmiermittel sein für den 100. Geburtstag, den das Unternehmen 2009 feiert - und umgekehrt natürlich auch. Zu Jubiläen verkaufen sich Wälzer zur Firmenhistorie ja besonders gut.

Das neue, deutsch-englische Buch trägt den Titel "Bugatti - From Milan to Modlsheim" und ist quasi eine Erweiterung und Fortsetzung des Bandes "Dokumentation einer Automobilmarke" aus dem Jahre 1976. Das Buch des Ehepaares Monika und Uwe Hucke galt jahrzehntelang als Bugatti-Standardwerk, ehe sich Uwe Hucke erneut in die Archive stürzte und nach noch unbekannten Fotos und Dokumenten suchte. Das Resultat der zwölfjährigen Recherchearbeit - während der Hucke verstarb - ist nun im Münsterschen Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat erschienen.

Neben Hucke arbeiteten auch Julius Kruta, Leiter des Bereichs Tradition der heutigen Automarke Bugatti und der Rennspezialist Michael Ulrich als Autoren an dem Buch. Jedes Fahrzeug von Ettore Bugatti - neben hinreißenden Autos konstruierte der begnadete Techniker auch Schienenmobile und ein Flugzeug, das allerdings nie abhob - wird in dem Buch vorgestellt. Den Autoren war wichtig, dass insbesondere die Autos auf Originalfotos zu sehen sind. Damit erhält das Buch eine sehr viel stärkere Authentizität, als das mit Hochglanz-Farbfotos von noch heute erhaltenen, leider aber oft überrestaurierten Bugatti-Modellen möglich gewesen wäre.

Die 1909 gegründete Automarke erlebte ihre Blüte in den zwanziger und dreißiger Jahren - vor allem auch durch zahlreiche Rennsporterfolge. Der Bugatti Type 35, der 1924 erstmals in Erscheinung trat, ist mit mehr als 2000 Siegen bis heute das erfolgreichste Rennauto der Motorsportgeschichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem auch die Produktionsanlagen im elsässischen Molsheim zerstört wurden, kam Bugatti nie wieder so richtig in Rollen. Bis 1963 überlebte die Firma, zuletzt wurden fast nur noch alte Modelle restauriert, repariert oder umgebaut.

Seit zehn Jahren besitzt VW die Bugatti-Markenrechte

Erst vor gut zwanzig Jahren kam wieder Leben in die Marke, als zunächst der italienische Unternehmer Romano Artioli die Markenrechte erwarb und 1987 die Bugatti Automobili SpA gründete. Es wurden diverse Prototypen entwickelt, doch zu einer erfolgreichen Serienproduktion kam es nicht. Stattdessen kaufte 1998 Volkswagen die Markenrechte, ließ von Italdesign-Giugiaro Bugatti-Supersportwagen-Studien entwerfen und brachte schließlich - nach etlichen Verzögerungen - im Herbst 2005 den Bugatti Veyron 16.4 auf den Markt, von dem 300 Exemplare gebaut werden sollen und bislang rund 220 bereits verkauft sind.

Der Extrem-Sportwagen, der schneller als 400 km/h rasen kann, ist der vorläufige Endpunkt der Bugatti-Geschichte. 1001 PS leiste der 16-Zylinder-Motor des gut eine Million Euro teuren Autos. Mit dem Veyron endet auch das Buch, dessen letztes Kapitel "Bugatti heute" heißt. Die Auflage ist übrigens auf 1001 Exemplare limitiert, der Preis liegt bei 250 Euro.

jüp

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